CDU-Fraktion hinterfragt den Sinn der Blausteinsee-GmbH

Liegewiese am Blausteinsee
Liegewiese am Blausteinsee

Zu was sind Partner gut, wenn sie dich im Ernstfall im Regen stehen lassen? Mindestens zweimal winkten die seit 1982 mit Eschweiler in der Blausteinsee-GmbH kooperierenden Kommunen Aldenhoven, Alsdorf, Stolberg und Würselen ab, als die See-GmbH nicht über die Mittel verfügte, die Entwicklung des regionalen Freizeitschwerpunkts weiter voranzutreiben.

 

Den Bau des inzwischen eröffneten Restaurants (1,8 Millionen Euro) finanzierte daraufhin die Stadt Eschweiler vor. Und als die GmbH vor wenigen Wochen einen Kredit über 600.000 Euro zur Deckung laufender Kosten benötigte, musste ebenfalls Eschweiler allein die Bürgschaft dafür übernehmen.

 

Die CDU hat davon jetzt genug: Sie macht deutlich, dass sie zwar nicht gegen das Projekt Blausteinsee sei, den Sinn der Blausteinsee-GmbH aber nicht mehr zu erkennen vermöge. Wenn ohnehin nur noch Eschweiler Leistungen für den See erbringt, dann könne man sich von den bisherigen Partnern trennen, schreibt jetzt CDU-Fraktionsvorsitzender Willi Bündgens. Er bat die Stadt um Prüfung, ob zutreffe, dass alle anderen Gesellschafter - teils mit Ratsbeschluss - sich darauf geeinigt haben, generell oder in Einzelfällen keine finanzielle Unterstützung mehr an die See-GmbH zu zahlen. Sollte dies der Fall sein, solle die Blausteinsee-GmbH in ihrer jetzigen Form rechtlich auf den Prüfstand gestellt und deren Zuständigkeiten auf Gremien der Stadt Eschweiler übertragen werden.

 

Bei GmbH-Geschäftsführer Hermann Gödde läuft die CDU offene Türen ein. Die Stadt verfolge schon seit einiger Zeit die gleichen Ziele. Das - durch Haushaltsprobleme bedingte - Verhalten der übrigen Gesellschafterkommunen, die sich ihrer finanziellen Verpflichtungen entziehen, sei ein deutliches Zeichen, dass die beteiligten Kommunen nicht so hinter der GmbH stünden, wie das für die Sache nötig sei. Vor allem aus Stolberg gebe es seit längerem „deutliche Signale“, dass die Stadt sich nicht länger an der Finanzierung des Freizeitzentrums Blausteinsee beteiligen wolle. Dass sich dies nach dem Machtwechsel im Stolberger Rathaus geändert habe, sei nicht festzustellen.

 

Ändern würde sich durch eine Rückübertragung auf Eschweiler als Standort - und damit zuständige Kommune des Freizeitzentrums Blausteinsee eigentlich nichts. Außer: „Wir als Stadt Eschweiler hätten das alleinige Sagen. Ich als Geschäftsführer müsste dann nicht mehr durch fünf Räte gehen - mit dem Ergebnis, dass letztlich sowieso Eschweiler alles alleine zahlt.“

 
Derzeit werden die steuer- und gesellschaftsrechtlichen Bedingungen und Konsequenzen einer Auflösung der GmbH bereits geprüft, so Hermann Gödde.

 

(Quelle für Text und Bild: Eschweiler Zeitung)

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