Dürwisser Dialog: Der See, die Hauptschule und „Neue Höfe“

„Ich freue mich sehr, dass er heute hier ist, denn mit seinem Fachwissen kann er zu allen Bereichen etwas sagen“, bedankte sich Pia Dondorf, Vorsitzende der CDU Dürwiß, beim Technischen Beigeordneten der Stadt Eschweiler, Hermann Gödde, für seine Bereitschaft beim „Dürwisser Dialog“ Rede und Antwort zu stehen.

 

 

Eschweiler ist eine der derzeitigen Modellkommunen in Nordrhein-Westfalen, die Projekte mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) entwickeln soll. Als Gebiet wurde Dürwiß mit der Einbindung des Baugebiets „Neue Höfe“ gewählt. Kraft-Wärme-Kopplung gibt es in verschiedenen Bauweisen und Größen. Das Prinzip ist jedoch immer das gleiche: In einem Heizkraftwerk werden Wärme und Strom gleichzeitig erzeugt. Diese Form der Energiegewinnung ist energieeffizienter als ein konventionelles Kraftwerk. In Dürwiß findet dazu ein Infoabend für Interessierte statt. Am 5. November stehen Experten ab 18 Uhr in der Festhalle Rede und Antwort.

 

Der „Dürwisser Dialog“ ist keine neue Erfindung, sondern kam bereits in der Vergangenheit gut bei den Bürgern an. Es geht darum Informationen zu vermitteln, Raum für Fragen und Anregungen zu bieten und Themen zu besprechen, die den Bewohnern des Stadtteils auf der Seele brennen.

Es wurden viele aktuelle Themen angesprochen, die in Dürwiß derzeit von großer Bedeutung sind. So ging es zum Beispiel um die Baulandentwicklung „Neue Höfe“. Geplant ist hier ein Wohngebiet, bei dem vor allem die Ressourceneffizienz im Vordergrund steht. In diesem Zusammenhang kam auch Eschweiler als KWK-Modellkommune zur Sprache. Für alle Interessierten gibt es dazu in Kürze eine Informationsveranstaltung.

 

Im Zusammenhang mit dem Grundstück „Neue Höfe“ kam das Gespräch dann auch auf die aus Sicht einiger Anwohner katastrophale Parkplatzsituation in der Käthe-Kollwitz-Straße und Umgebung. Wilfried Berndt schilderte, wie schwierig es dort als Anwohner sei, einen Parkplatz zu finden und äußerte den Wunsch für mehr Parkmöglichkeiten zu sorgen. Hermann Gödde notierte das Anliegen, musste allerdings darauf hinweisen, dass die Chancen schlecht stünden, da genügend Platz für Rettungsfahrzeuge in der Straße vorhanden bleiben müsse.

 

Nach einer ausführlichen Erläuterung wie das Naherholungsgebiet Blausteinsee bisher gestaltet sei und interessanten Bildern dazu, wurde Gödde aufgefordert, in Sachen Finanzierung der neuen Bauten Klartext zu reden. Schon öfter seien Summen genannt worden, die erschreckend waren. „Zunächst einmal muss klar sein, dass ich dabei mit öffentlichen Geldern, also Steuergeldern, umgehe und dann muss ich mir auch gut überlegen, was ich damit mache“, sagte Gödde. Das habe die Blausteinsee GmbH getan.

 

Die Baukosten sollen sich auf 1,8 Millionen Euro belaufen. Ein Darlehen der Stadt Eschweiler an die Blausteinsee GmbH macht die Investitionen möglich. Ein Teil davon fließt in den Strandpavillon, der mit 60.000 Euro genau im geplanten Limit errichtet werden konnte. Hinzu kommt der Gastronomiebereich, der im kommenden Frühjahr fertig sein soll. „Obwohl wir glauben, dass der Pächter nicht so schnell wechselt, wird das Inventar der GmbH gehören, so dass bei einem Wechsel kein Leerstand und somit keine Kosten entstehen“, versprach Gödde.

 

Bis jetzt sind die Baumaßnahmen am Blausteinsee in vollem Gange. Duschkabinen, Strand, Ausleger und Seebühne machen diesen Teil des Sees für Schwimmer, Wassersportler und andere Besucher attraktiv, betonte Gödde. Dass von oben gesehen nur ein minimaler Teil des Sees bebaut wurde zeige, dass er auch weiterhin für Wanderer und Naturfreunde ansprechend bleibt.

 

Im weiteren Verlauf des Abends kam das Gespräch auf die alte Hauptschule Dürwiß sowie das geplante Einzelhandelsgelände am Ortseingang von Dürwiß. Anhand eines Bauplans zeigte Hermann Gödde zunächst, was mit dem Gelände und den Räumen der alten Hauptschule geschieht und bereits geschehen ist. So werden große Teile des Gebäudes saniert und für die offene Ganztagsschule bereitgestellt. Diese umfasst derzeit über 100 Kinder und braucht dringend zusätzliche Räume.

 

Andere Teile der Schule werden der Grundschule zur Verfügung gestellt und auch die Musikschule hat demnächst Räume, in denen Instrumente auch einmal stehen bleiben dürfen. Ein anderer Teil der ehemaligen Hauptschule soll zum Kindergarten werden. Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen sei in Dürwiß sehr hoch und auch deshalb solle ein vierzügiger integrativer Kindergarten inklusive Familienzentrum entstehen.

 

Zum Einzelhandelszentrum führte Gödde lediglich auf, dass der Bauplan nun rechtskräftig sei und dass Investor und Bauherr nun bald ihre Arbeit beginnen würden. Zur Veranschaulichung zeigte er noch einmal den Bauplan und betonte noch einmal, dass man mit diesem Vorhaben wohl der Nahversorgung des wachsenden Ortsteils Dürwiß gerecht werden würde. Dem stimmte auch Pia Dondorf zu: „Der Ort wächst und verändert sich. Es ist schon mitzubekommen, dass Dürwiß lebendig ist.“

 

Abschließend wurde über den Verkehr im Dorf gesprochen, und zunächst teilte Hermann Gödde mit, dass es in Dürwiß laut Polizei keine Unfallschwerpunkte gebe. Das heißt natürlich nicht, dass es keine gefährlichen, schlecht einsehbaren oder engen Stellen gibt. Von denen brachten die anwesenden Dürwisser einige an, aber im Allgemeinen konnte festgehalten werden, dass die meisten Unfälle passieren, weil zu feste aufs Gaspedal getreten wird.

 

Deshalb bat der Technische Beigeordnete noch einmal eindringlich alle: „Gehen Sie runter vom Gas! Vor allem vor Schulen und Kindergärten, denn ein kleines Kind kann den Verkehr nicht einschätzen.“

Nach diesem Abschluss wurde das Wort noch einmal an die Dürwisser gegeben, die im Anschluss an die ausführlichen Informationen noch weitere Fragen stellen konnten.

 

 

Quelle: Eschweiler Zeitung-Online vom 17.10.2013 

 

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