Die Bezahlung hinkt der Fortbildung hinterher

M. Mund, R. Grafen; Y. Küpper; B. Tenhumberg  (v. links)
M. Mund, R. Grafen; Y. Küpper; B. Tenhumberg (v. links)

Wenig öffentliche Anerkennung und unzureichender Lohn. Sieht so der Alltag von Tagesmüttern aus? Um über die Situation der Betroffenen zu diskutieren, lud die Frauen Union (FU) der CDU Eschweiler zur Podiumsdiskussion.

 

Unter der Moderation von Renée Grafen (Geschäftsführerin der CDU Ratsfraktion), nahmen Bernhard Tenhumberg (Jugendpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion), Yvonne Küpper (vom Online-Portal „Kinderfee“) und Maria Mund (Vorsitzende der Frauen Union Eschweiler) zum Thema Kinderbetreuung Stellung.

 

  Wie wichtig die Tagesmütter für unsere Gesellschaft seien, machte Bernhard Tenhumberg deutlich: „Viele Frauen wollen nach der Geburt so schnell wie möglich zurück in den Beruf. Gerade die Form der Kindertagespflege sagt den Familien von Kleinkindern sehr zu.“ Tagesmütter stellen für die unter Dreijährigen nicht nur eine Betreuungsperson dar, zu der sie eine intensive Beziehung aufbauen können, sondern sind aufgrund ihrer flexiblen Arbeitszeiten auch bei den Eltern eine beliebte Alternative zu den Kindertagesstätten. „Gerade die so genannten Randzeiten, die zwischen 5 und 9 Uhr am Morgen sowie 16 und 18 Uhr am Nachmittag liegen, werden von vielen Eltern stark beansprucht“, erklärte Yvonne Küpper, die den Zuhörern an diesem Abend das Online-Portal „Kinderfee“ vorstellte. Dieses beschäftigt sich mit zwei verschiedenen Modellen und vermittelt sowohl zwischen Eltern und Tagesmüttern als auch zwischen Eltern und Babysittern.

 

(Quelle f. Text und Bild: Eschweiler Zeitung)

Doch obwohl Tagesmütter heutzutage nicht mehr wegzudenken seien, wie Tenhumberg betonte, stehe vor allem die Gewährleistung einer vernünftigen Qualität im Vordergrund. Diese könne vor allem durch regelmäßige Fortbildungen erzielt werden, meinte das Landtagsmitglied.

Maria Mund, die selbst aktive und erfahrene Tagesmutter ist, war diesbezüglich jedoch anderer Meinung: „Warum sollen wir uns fortbilden, wenn wir dann noch immer den gleichen Stundenlohn bekommen, wie eine Tagesmutter, die gerade erst frisch aus der Ausbildung kommt?“ Mund spielte mit ihrer Aussage vor allem auf die schlechte Bezahlung der Tagesmütter an: „Wenn ich vier Kinder gleichzeitig betreue, habe ich einen Stundenlohn von 8,50 Euro“, erklärte sie und ergänzte: „Das ist Fakt!“

 

Die anwesenden Tagesmütter bestätigten dies und machten in einer angeregten Diskussion auf weitere Probleme aufmerksam.

Vor allem die fehlende öffentliche Anerkennung sei ein großes Problem. „Die U3-Betreuung wird ausgebaut und immer mehr Kinder verlassen die Tagespflege, weil sie einen Kindertagesstätten-Platz erhalten“, sagte Mund. Auf der anderen Seite gebe jedoch genug Dreijährige, die noch immer auf einen solchen Platz warten. „Ich frage ganz provokant, braucht man in den kommenden Jahren überhaupt noch Tagesmütter und falls ja, für wen?“, fragte Mund, die befürchtet, dass Tagesmütter demnächst nur noch Kinder unter einem Jahr bzw. über drei Jahren betreuen werden. Außerdem erklärte sie, dass Eltern aufgrund dieser Situation in ihrem Wahlrecht eingeschränkt und immer wieder verunsichert seien.

 

Dem stimmte auch Tenhumberg zu und gab den Zuhörern, die sich mit viel Herzblut an der Diskussion beteiligten, einen guten Rat mit auf den Weg: „Es ist wichtig, dass Sie untereinander gut vernetzt sind. Nur wenn Sie gemeinsam auf Ihre Probleme aufmerksam machen, können wir auch in der Politik etwas erreichen.“

 

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