Mit mehr Personal gegen zahlungsunwillige Schuldner

Bernd Schmitz, Fraktionsvorsitzender
Bernd Schmitz, Fraktionsvorsitzender

Stadt richtet das Forderungsmanagement neu aus, um effektiver arbeiten zu können. Etwa 3,5 Millionen Euro Forderungen.

 

Die Stadt Eschweiler will den Schuldnern verstärkt an den Kragen. Dafür stellt sie ihr Forderungsmanagement um. Stadtkämmerer Manfred Knollmann spricht von etwa „einer Million Euro an werthaltigen Forderungen“. Insgesamt stehen Unternehmen und Bürger mit 3,5 Millionen Euro bei der Stadt in der Kreide. Allerdings bleibt die Verwaltung auf einen Großteil der Forderungen sitzen.

 

„Die Zahlungsmoral hat deutlich abgenommen“, beurteilt Knollmann die Lage in Eschweiler. Immer mehr Privatinsolvenzen machen sich auch in der Stadt bemerkbar. Aber auch verwaltungsinterne Probleme führen dazu, dass sich die Forderungen immer mehr stapelten. So streikte die Software, Mitarbeiter fielen langfristig aus. Mit einer neuen Struktur sollen diese Missstände endgültig der Vergangenheit angehören. Knollmann will das Personal in diesem Bereich sogar aufstocken, damit die Abteilung effektiver arbeiten kann. Der Kämmerer verspricht sich davon ein Einnahmeplus in Höhe von zwischen 100000 und 150000 Euro. Allerdings steigen auch die Personalkosten um bis zu 45000 Euro jährlich.

 

Damit wird vor allem eine langjährige Forderung der CDU erfüllt, die immer wieder die hohen Außenstände bei den Forderungen moniert hatte. „Es ist besser, Forderungen einzutreiben, als sie abzuschreiben“, formuliert es der CDU-Fraktionschef Bernd Schmitz. Mehrmals ließen die Christdemokraten deswegen das Thema auf die Tagesordnung setzen. Auch gestern Abend wurde darüber im Rat gesprochen und anschließend das Grobkonzept auf den Weg gebracht. „Natürlich sind wir nur am Beginn eines langwierigen Prozesses“, meint Knollmann.

 

Erste Erfolge beim Forderungsmanagement will er schon im laufenden Jahr festgestellt haben. „Das liegt vor allem daran, dass wir uns auf die dickeren Fische konzentriert haben“, erläutert er. So kann eine Forderung über 35 Euro ähnlich hohen Aufwand verursachen wie das Eintreiben einer Gewerbesteuerschuld in vierstelliger Höhe. Man denke jedoch über weitere Möglichkeiten nach, die Einnahmen zu erhöhen. So klopft man aktuell neue Forderungsarten ab: „Bisher stellen wir unseren Personalaufwand nicht in Rechnung.“ Das soll sich ändern. Auch die Fahrt zum Schuldner soll berechnet werden.

 

„Die Zahlungsmoral hat deutlich abgenommen“.

 

Manfred Knollmann

Stadtkämmerer

(Text: Quelle AZ/AN 15.12.11)

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