Land dreht Vereinen den Geldhahn zu - RegioSportBund (RSB) informiert auf einer Informationsveranstaltung der CDU-Fraktion über die Notwendigkeit in Eschweiler

M. Wonik, stellv. Geschäftsführer LSB NRW (Quelle: Eschweiler Zeitung)
M. Wonik, stellv. Geschäftsführer LSB NRW (Quelle: Eschweiler Zeitung)

Ohne Zuschüsse kann ein Sportverein, der von Ehrenamtlern getragen wird, nicht existieren. Doch nach aktuellem Stand stehen in absehbarer Zeit viele Fördermittel für die indestädtischen Vereine auf der Kippe. Der Grund: Das Präsidium des Landessportbundes (LSB) Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, dass alle Vereine seit dem 1. Januar 2011 mindestens einem Fachverband und, nicht mehr oder, einem Stadtsportverband, einem Kreissportbund oder einem Regio- Sportbund angehören müssen, wenn sie weiterhin Leistungen des Landessportbundes erhalten wollen.

 

Wird das laufende Jahr noch als Übergangsjahr angesehen, sollen ab dem 1. Januar 2012 die neuen Regeln auch für die Vereine der Städteregion gelten. Doch genau wie die Gemeinden Baesweiler und Simmerath verfügt Eschweiler (noch) nicht über einen Stadtsportverband. Am Wochenende hatte die CDU-Teilfraktion Sport die Vertreter der Sportvereine nun zu einem Informationsaustausch in den Talbahnhof eingeladen.

Dort stellten mit Martin Wonik der stellvertretende Geschäftsführer des Landessportbundes NRW und mit Günter Kuckelkorn der stellvertretende Vorsitzende des Regio Sportbundes Aachen einer leider überschaubaren Anzahl von Zuhörern die neue Sachlage vor. Auslöser der Misere war nicht zuletzt die Auflösung des Kreissportbundes Aachen, die vor rund drei Monaten beschlossen wurde. „Ein in Nordrhein-Westfalen bisher einmaliger Vorgang", machte Martin Wonik die Tragweite der Entscheidung deutlich.

 

In der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr hatten sich zahlreiche Vertreter der Sportvereine sehr unzufrieden mit den Leistungen des Kreissportbundes gezeigt, woraufhin dessen gesamter Vorstand zurücktrat. „Anstatt seine Vereine zu unterstützen, hat der Kreissportbund Aachen Gelder zum Landessportbund zurückgeschickt. So konnte es nicht weitergehen", begründete Günter Kuckelkorn den ungewöhnlichen Vorgang. Am 4. Januar dieses Jahres wurde schließlich in Sachen Kreissportbund Aachen ein Schlussstrich gezogen, um einen Tag später den Regio-Sportbund Aachen ins Leben zu rufen. Ihm gehören momentan die Stadtsportverbände Stolberg, Alsdorf, Herzogenrath, Monschau und Würselen sowie der Regiosportverband Roetgen und der Stadtsportbund Aachen an. Diese Zusammenschlüsse bilden das Bindeglied zwischen den Vereinen und dem Landessportbund, dem die Vereine in NRW nicht als direkte Mitglieder angehören können.

 

Martin Wonik und Günter Kuckelkorn rührten am Freitagabend nun die Werbetrommel für einen Stadtsportverband Eschweiler als Mitglied des Regio Sportbundes Aachen. „Da der Landessportbund und die Vereine kein Rechtsverhältnis zueinander haben, können auch keine Zuschüsse vom LSB direkt an die Vereine fließen", erklärte Martin Wonik. Stattdessen gehen zum Beispiel die jährlich rund 5,76 Millionen Euro Übungsleiterzuschüsse, die der Landessportbund zur Verfügung stellt, zunächst an die Stadtsportverbände, Kreissport- oder Regio Sportbünde, die das Geld schließlich an ihre Vereine weiterleiten. „Vereine, die nicht Mitglied eines Stadtsportverbandes sind, erhalten bald keine Fördermittel mehr", ließ der stellvertretende Geschäftsführer des LSB keine Zweifel aufkommen. Allerdings sei auf der Zeitschiene durchaus Verhandlungsspielraum vorhanden. „So lange wir den Eindruck haben, dass in Eschweiler sinnvoll über die Gründung eines Stadtsportverbandes diskutiert wird, werden wir den Vereinen sicherlich nicht schaden. Ist nach dem Sommer aber noch kein erkennbares Ergebnis sichtbar, empfehle ich den Verantwortlichen der Stadt, den Platz eines außerordentlichen Mitglieds im Regio-Sportbund Aachen einzunehmen", so Martin Wonik. Dies ist laut Satzung des Regio Sportbundes Aachen den Kommunen Eschweiler, Baesweiler und Simmerath als Platzhalter für noch zu gründende Stadtsportverbände möglich.

 

Christoph Herzog, Moderator der Veranstaltung, sprach sich für ein zielstrebiges weiteres Vorgehen aus. „In den Vereinsvorständen sollte das Thema nun schnellstmöglich erörtert werden", so der sportpolitische Sprecher der indestädtischen Christdemokraten, der schon bei der Begrüßung betont hatte, dass es sich bei dem Gedankenaustausch nicht um eine parteipolitische Veranstaltung handele. Noch vor den Sommerferien soll bei einem weiteren Treffen, zu dem die Stadt die Vereine einladen soll, die Entscheidung fallen, ob in Eschweiler ein Stadtsportverband gegründet werden wird. „Ich hoffe, dass sich bis dahin mehr Vereinsvertreter mit der Sachlage vertraut gemacht haben", wünscht sich Christoph Herzog ein größeres Bewusstsein innerhalb der Eschweiler Sportvereinslandschaft in puncto Stadtsportverband. 

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